Revision Baureglement und Zonenplanung

Mit der Aktualisierung der kommunalen Richtplanung, welche zurzeit noch durch das AREG vorgeprüft und voraussichtlich im Frühjahr 2023 vom Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) des Kantons St. Gallen zur Kenntnis genommen wird, sind die längerfristige räumliche Entwicklung in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Landschaft sowie die damit verbundenen Infrastrukturausbauten festgehalten und aufeinander abgestimmt. Die kommunale Richtplanung bildet die konzeptionelle und inhaltliche Grundlage für die vorliegende Revision der Rahmennutzungsplanung, bestehend aus Baureglement und Zonenplan, welche der Bevölkerung nun zur Mitwirkung unterbreitet wird.

Das rechtsgültige Baureglement mit späteren Nachträgen stammt aus dem Jahr 1995. Der Zonenplan wurde letztmals 2013 revidiert. In der Zwischenzeit haben die kantonale Gesetzgebung und verschiedene weitere übergeordnete Gesetzgebungen geändert. Die Siedlungsentwicklung ist unter Berücksichtigung der Innenentwicklung auf das Wachstum der nächsten 15 Jahre abzustimmen. Diese Festlegungen ziehen verschiedene Bereinigungen und Anpassungen des Zonenplans mit sich.

Das Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen (PBG) wurde einer Totalüberarbeitung unterzogen und trat am 1. Oktober 2017 in Kraft. Es umfasst sämtliche aus Sicht der Bauenden relevanten kantonalen Bestimmungen und regelt somit nebst der Raumplanung und dem Baupolizeirecht auch den Natur- und Heimatschutz und die Vorschriften zur Koordination des Baubewilligungsverfahrens. Zudem wurden verschiedene Begrifflichkeiten und Definitionen der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) in das neue PBG übernommen. Um über diese Begrifflichkeiten und Messweisen eine Übersicht zu erhalten, wird dem Baureglement ein Auszug der massgebenden Vorschriften und die entsprechenden Skizzen beigelegt.

Zonenplan

Revision Schutzverordnungen

Die Schutzverordnungen werden parallel zur Rahmennutzungsplanung ebenfalls revidiert. Der Schutzplan Kulturobjekte und Ortsbildschutzgebiete inkl. Hinweisinventar ist in Bearbeitung und der Schutzplan Landschaft liegt im Entwurf vor. Die Schutzbestimmungen der Kernzone sind abgestimmt auf die Schutzverordnung.

Neues Planungs- und Baugesetz

Das neue PBG zielt darauf ab, die Regelungen zum Bauen so einfach wie möglich und so geregelt wie nötig zu halten und strebt eine möglichst einheitliche Regelung auf kommunaler Stufe an. Zu diesem Zweck werden ein Grossteil der Bestimmungen abschliessend im PBG geregelt und der Spielraum der Gemeinden klar aufgezeigt. Seit der Inkraftsetzung sind zwei Nachträge erfolgt, welche in der vorliegenden Rahmennutzungsplanung berücksichtigt sind.

Sondernutzungspläne/Überbauungspläne

Die Überbauungspläne (ÜBP) Wismet und Mariahalden werden aufgehoben. Wobei der Perimeter des ÜBP Mariahalden in eine Schwerpunktzone mit Sondernutzungsplanpflicht umgezont wird. Die Nutzungsart, Kapazität und Abstände werden mit den Zonenbestimmungen und der Gestaltungsplanpflicht definiert. Aus der Überprüfung 2017 ging hervor, dass die Aufhebung und Festlegung von Vorschriften zum Ortsbildschutz erforderlich sind (Schutzverordnung oder Baureglement).

Zonenarten

In Bezug auf die verschiedenen Zonenarten, wurden mit der Einführung des neuen PBG's verschiedenste Änderungen zugunsten einer innerkantonalen Harmonisierung vorgenommen. Neu werden die Nutzungszonen nicht mehr nach ihrer Geschossigkeit differenziert – diese Unterteilung existiert gemäss neuem Recht nicht mehr – sondern nach ihrer maximal zulässigen Gesamthöhe. Die bisherigen Kürzel, welche aus einer Kombination zwischen Zonenart und Geschossigkeit bestanden (bspw. W1, W2, W3), werden durch eine Kombination zwischen Zonenart und Gesamthöhte abgelöst (bspw. W11a, W13.5, WG13.5).

Die ehemalige Zonenart «übriges Gemeindegebiet» existiert unter neuem Recht nicht mehr. Diese Zonenart ist im Rahmen der Revision somit aufzuheben und in andere Nichtbauzonen, wie beispielsweise die Landwirtschaftszone, die Freihaltezone oder die Freihaltezone innerhalb der Bauzone, zu unterteilen.

Legende

Ortsbild und Klimaanpassung

Zum Erhalt des identitätsstiftenden Ortsbilds und der Siedlungsgestaltung, werden in der Wohnzone 11a im Fli die Einpassung von Bauten und Anlagen in das Landschaftsbild gefordert und die Vorgaben für die Erhaltung ortsbildwesentlicher Vegetation und der Umgebungsgestaltung zur Anpassung an den Klimawandel eingeführt. Zudem sind die Vorgaben der Umgebungsschutzgebiete des kommunalen Schutzplans (Stand Entwurf) berücksichtigt worden.

In der Kernzone ist zum Erhalt des belebten Strassenraums in der geschlossenen Bauweise der Zugang bzw. die strassenseitige Adressierung zu gewährleisten. Rückwärtige Eingänge sind nur noch als untergeordnete Zugänge zulässig.

In der Wohn-/Gewerbezone und den Arbeitszonen werden Vorgaben für Baumpflanzungen und zur extensiven Begrünung von Flachdächern eingeführt. Diese Anforderungen müssen erst bei einem Neubau oder wesentlichen Umbauten bzw. bei Dachsanierungen erfüllt werden.

Die Freihaltezone innerhalb und ausserhalb der Bauzone wird neu eingeführt. Die Freihaltezonen umfassen Gebiete die nicht überbaut werden. Die Freihaltezonen innerhalb Bauzone werden unterschieden in Ortsplanung, Sport und Freizeit sowie Natur- und Heimatschutz. Mit ihnen werden die ehemaligen Grünzonen E (Sport-, Park- und Erholung innerhalb Bauzone) und Fi (Freihaltung innerhalb Bauzone) abgelöst. Die Grünzone E wird überführt in die Freihaltezone Sport und Freizeit und die Grünzone Fi wird überführt in die Freihaltezone Ortsplanung.

Regelbauweise

Das neue PBG begrenzt den Spielraum zur Festlegung von Bauvorschriften abschliessend auf die Aufzählung von Art. 79 und Art. 80 PBG. Somit können die Ausnützungsziffer, die maximale Geschosszahl und der Mehrlängenzuschlag künftig nicht mehr im Baureglement der Gemeinde geregelt werden. Die Gemeinde verzichtet auf die Einführung der Baumassenziffer und legt die Gebäudegrössen mittels Längen- und Höhenbeschränkungen fest. Neu wird die Grünflächenziffer eingeführt.

Durchlüftung

Umgebungsgestaltung

Aus den Zielen der Richtplanung wurden ein neuer Artikel für die Umgebungsgestaltung ausgearbeitet. Die Umgebungsgestaltung und die Bepflanzung der Umgebung sollen einer naturnahen und standortgemässen Vegetation entsprechen und somit die lokale Biodiversität fördern. Vorplätze und Abstellplätze sind, im Sinne der Ökologie und um unnötiges Abführen von Oberflächenwasser zu verhindern, wasserdurchlässig auszuführen. Neupflanzungen von invasiven Neophyten, welche die einheimische Flora verdrängen und Schottergärten sind verboten. Im obligatorischen Umgebungsplan muss die Art der Beschattung und Retention/Entwässerung aufgezeigt werden sowie diese mit einer ökologisch wertvollen und klimaresilienten Bepflanzung umgesetzt wird. Werden die neuen Bestimmungen umgesetzt, können die übergeordneten Grünräume und bestehenden Grünstrukturen in den Quartieren vernetzt werden.

Versickerung

Auf- und Umzonungen

In der Erarbeitung der kommunalen Richtplanung, hat sich die Gemeinde aktiv mit der durch den Kanton geforderten, Innenentwicklung auseinandergesetzt. Mittels einer Quartieranalyse wurde das Gemeindegebiet auf vorhandene Innenentwicklungspotenziale untersucht und diese sind in einem Räumlichen Entwicklungskonzept mit Innenentwicklungsstrategie zusammengefasst. Der kommunale Richtplan scheidet auf Grundlage dieser Dokumente geeignete Innenentwicklungsgebiete aus und gibt einen Zeithorizont für deren Mobilisierung an.

Die grössten Umzonungen betreffend die unbebauten Flächen im Moos, im Eigentum der Ortsgemeinde. Dort wird neu einheitlich die Zone WG13.5 ausgeschieden, um die Entwicklung flexibel gestalten zu können. In den Gebieten Biäsche West, Trottengüetli, Kirchgasse und Hirschenguet werden überbaute Teilgebiete der W2 Zonen in W3 aufgezont. Das Areal des Strickhofs, der Speerplatz, die Gärtnerei im Chlostermoos und die an den Sportplatz angrenzenden Fläche werden entsprechend ihrer bestehenden und zukünftig beabsichtigten Nutzung in die geeigneten Zonen umgezont.

Weiterentwickeln

Zonenplan Änderungen Bauzone

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Zonenplan ganzes Gemeindegebiet

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Planungsbericht gem. Art. 47 RPV

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